Erfolge, die nerven?
Geschrieben von: Michi Pagel , Mittwoch, 05. Mai 2010
Ja gibt es denn sowas? Nein, sollte man meinen, Erfolge sind immer Ereignisse über die sich nicht nur die Beteiligten freuen können, insbesondere wenn diese Erfolge im eigenen Verein stattfinden.
Da haben wir eine Sportgruppe in unseren Reihen, die Jahr für Jahr Deutsche Meistertitel, Europameistertitel und sogar Platzierungen bei Weltmeisterschaften erreichen. Dies sind nun wirklich keine „Wald und Wiesen"- Veranstaltungen. Aber diese Sportler überzeugen nicht nur durch ihre Erfolge, sondern auch durch ihr sportlich faires Auftreten. Alles in allem eine wunderbare Werbung für die Abteilung und für unseren Verein. Denn dieser profitiert natürlich auch von diesem positiven Auftreten.
Andere Vereine dieser Sportart wundern und bewundern uns, da wir mit unserem „kleinen" Verein in der Lage sind derartige Erfolge zu erzielen. Der ein oder andere Sportler wechselt genau aus diesem Grunde zu uns. Um einfach dazu zu gehören und um teil zu haben an den Erfolgen, mitzuwirken und selbst erfolgreich zu spielen.
Diese Sportler befinden sich im zarten Alter von 40 bis 80 Jahre. Ja, unsere erfolgreichste Sportlerin hat bereits die 80 überschritten. Ist doch fantastisch wenn es Sportarten gibt, die man in diesem Alter betreiben kann und dann noch erfolgreich. Ist es weniger schwer in diesem Alter noch erfolgreich zu sein? Wer leistet mehr in seinem Sport, der 20 jährige oder der/die 80 jährige? Beantworten lässt sich diese Frage nur wenn man beides erreicht hat und wer hat dies schon?
Grundsätzlich gebührt Beiden unsere Bewunderung, dem jungen sowie dem alten Meister. Genauso spielt es keine Rolle in welcher Sportart dies erreicht wird. Ob beim Laufen, Kanusport, Tanzen oder im Tischtennis. Auf alle sollten wir stolz sein wenn diese Meister aus unserem Verein kommen.
Zur Strafe/Demütigung wird es allerdings wenn diese sportlichen Erfolge bei uns keine Erwähnung mehr finden. Es gibt nicht viele Vereine in Deutschland die derartige Erfolge aufweisen können. Und wie gehen wir mit diesen Sportlern um? Ich erinnere mich, dass nicht nur in diesem Jahr sondern auch in der Vergangenheit diese Sportler mit einem Satz bei unserer Jahreshauptversammlung „geehrt" worden sind, der da hieß:
„Dass die Senioren der TT-Abteilung erfolgreich sind, ist uns ja bekannt".
Da war er schon der Satz, kein weiteres Wort, keine Erwähnung der Beteiligten noch ein Wort der Wertschätzung. Gratulation Fehlanzeige.
Dieses finde ich ist ein respektloses Verhalten unseren Sportlern gegenüber, egal welcher Sportart. Sind wir inzwischen ein Verein der sich nicht mehr freuen kann, ein Verein der durch sportliche Erfolge derart verwöhnt ist das man Deutsche Meistertitel oder gar Europameisterschaften nicht mehr zu erwähnen bräuchte, ich denke nicht. Selbstverständlich würden gerade diese Sportler eine Erwähnung oder Ehrung nicht einfordern, aber sie spüren ganz genau wie man in unserem Verein mit ihnen umgeht.
Somit wünsche ich allen Sportlern aller Abteilungen nicht nur für dieses Jahr, größtmöglichen Erfolg. Und unserer Ursel Kareseit nochmals herzlichen Glückwunsch zu ihren Meistertiteln.
Michael Pagel