1. Herren 06./07.10 2007
Geschrieben von: Stefan Preuß , Samstag, 13. Oktober 2007
Ohne unseren Mannschaftskapitän hängen die Geigen in Bolzum und Borsum für uns eine Nummer zu hoch – allerdings zieht Peter Rückert selbst die fremden Fans auf seine Seite
Am Wochenende des 6./7.10. standen Auswärtsduelle bei den favorisierten oder auch hochfavoriserten Teams des SV Bolzum bzw. letztjährigem Zweitligateam des TTS Borsum auf dem Plan.
Folgerichtig setzte der gegnerische Mannschaftsführer Hielscher am Samstag pünktlich um 15.00 in Bolzum zur Begrüßung von Fans und gegnerischer Mannschaft an, nachdem sich vor Spielbeginn die Mienen unserer Teammitglieder durch zahlreiche lustige Aufmunterungen Peters nach dem schmerzhaften Ausfall Kai-Ennos zumindest ein wenig erhellt hatten.
Aus den Eingangsdoppeln gingen wir mit einem 1:2-Rückstand, unser Einserdoppel Alex und Gerri setzten sich 3:2 durch, während Tobi/Daniel und das neu formierte Duo Peter/Nico 1:3 unterlagen. Vizekapitän Alex Oltmann verlor sein Einzel gegen Herlscher nach guter Leistung knapp im Entscheidungssatz, unser Spitzenspieler Gerri unterlag glatt in drei. Aktivensprecher Tobi Schmidt konnte leider eine 2:0-Stazführung gegen Iliadis nicht nutzen und der ins mittlere Paarkreuz aufgerückte Daniel verlor 1:3. Dann Nico Schild und Peter Rückert an der Reihe: Nico spielte gegen seinen bereits letzte Saison von OA-Akteuren nicht zu bezwingenden Gegner Ringleb unbekümmert und aggressiv und erspielte sich eine 2:0-Satzführung. Nachdem sein Kontrahent sich vom Rückstand nicht schocken ließ und auf 2:2 ausgleichen konnte kam es zum Matchup im Fünften. Hier erspielten sich nacheinander beide jeweils einen Matchball, ehe Nico dann mit seiner Spezialwaffe, dem parallelen Vorhand-Schuss unseren ersten Einzelzähler an diesem Tag verbuchen konnte. Nach diesem überaus sehenswerten Spiel setzten Schlemeier und Rückert noch mal einen drauf: Die beiden risikofreudigsten Akteure lieferten sich immer wieder Topspin-/Schussduelle in unmittelbarer Tischnähe, welch nicht selten durch einen knallharten „Alles oder Nichts-Endschlag“ ihr Ende fanden. Nach knappem Verlust des ersten Satzes fand Peters paralleler Vh-Topspin (den Tobi Schmidt mit einem Schmunzeln schon einmal als „Stalin-Orgel“ bezeichnet hatte) immer häufiger sein Ziel. Durch spektakuläre Punktgewinne und noch spektakulärere Selbstanfeuerungen ging Peter bald mit 2:1 in Führung. Schlemeier schloss sich nun allerdings der Rückert-Devise an, fing ebenfalls an „Sekt oder Selters“ zu spielen und schaffte durch zwei sehenswerte Rh-Topspins den Satzausgleich. Im fünften Satz befanden sich beide Spieler endgültig in einem Hexenkessel: Peter zeigte Mitspielern und Zuschauern immer wieder an, dass er jetzt mehr denn je auf ihre Anfeuerungsrufe angewiesen sei und konnte am Ende Tatsächlich durch einen halben Kunstschuss zum 11:7 Spielgewinn einlochen. Danach war nicht mehr viel zu holen und wir mussten dem Bolzumer Team zum insgesamt verdienten 9:3-Heimsieg gratulieren und uns zur Abfahrt ins Hotel nach Hildesheim bereit machen.
Am Sonntag ging es zum Aufstiegsfavoriten nach Borsum, allerdings nicht durch gewöhnliche Begrüßung durch ein Mannschaftsmitglied, sondern mit Einlauf und Ansage vom borsumer Manager durchs Mikrofon! Peter traf auch an diesem Tag wieder zahlreiche bekannte Gesichter aus vergangenen Tagen, nachdem er bereits vor ca. 20 Jahren die letzten Spiele mit Vereinen aus Bergedorf und Glinde in Borsum absolviert hatte. Vizekapitän Alex zeigte sich dem Mikro überaus gewachsen und war nach eine par Begrüßungsworten dann so frei seine Einschätzung anzusagen: „Ich könnte den Zuschauern hier in Borsum jetzt noch einiges erzählen…, aber ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Anwesenden viel lieber ein paar Worte von Wiederkehrer Peter Rückert hören würden.“ Peter schien sichtlich bewegt, hob sich die meisten Worte allerdings für die Zusammenkunft nach dem Spiel auf.
Die Doppel brachte uns keinen Zähler, der um ein Haar von Peter in der Nacht zuvor zum Alkohol verführte Gerri kam auch in seinen Einzeln nicht richtig in Fahrt, Alex unterlag dem starken Tschechen Janasek glatt, Daniel verlor gegen Matz ebenfalls 0:3, lieferte sich aber zumindest einen sehenswerten Ballwechsel zu seinen Ungunsten mit seinem Gegner.
Aktivensprecher Tobi Schmidt reagierte nach seiner Dreisatzniederlage gegen den zweitjüngsten borsumer Aspiranten Marius Hagemann weniger emotional als seine Teamvaterfigur Peter Rückert es zu tun pflegt, sondern tat das ganze Geschehen kurzerhand mit ein paar beherzten Tritten gegen das gegnerische Tischgestell ab (welches ohnehin nicht die passenden Maße für Tobis gefürchtete parallele Rückhandschleuder aufwies).
Das Match des Tages wurde - wer hätte es auch anders sein können - erneut von einem jungen Spieler, seines Zeichens Neuzugang aus dem Südosten Hamburgs, auf seinem Mannschaftsbewerbungsformular linke Hand als Schlaghand angebend dargeboten: Peter Rückert verzichtete im ersten Satz seines Einzels gegen den alten Bekannten Peter Tumbregel ganz und gar auf die Antizipier - und Beobachtungsphase, sondern spielte gleich Reihenweise Bälle, die an Zauberei grenzten. Phasenweise drängte sich für Zuschauer und Aktive die ernsthafte Frage auf, ob Peter eigentlich selbst noch wisse wie er mit seinem Schläger immer wieder an die physikalischen Grundsätzen zufolge unerreichbaren Bälle gelangt. Nach knapp gewonnenem ersten Satz musste Peter dann aber zusehends den strapaziösen Spielen des Vortags Tribut zollen, zusätzlich war sein Gegner Tumbregel auch kein Unerfahrener und spielte trotz den „Wunderbälle“ Rückerts unbeirrt konzentriert weiter. Auch die längst fest in Peters Hand befindlichen, für beide Akteure immer wieder begeistert Beifall klatschenden borsumer Zuschauer änderten nichts am verdienten 3:1-Sieg des Lokalmatadors Tumbregel.
Fast in wenig schade erschien es, dass das ebenfalls durchaus sehenswerte Spiel zwischen einem frech aufspielenden und beherzt kämpfenden zwölfjährigen Matthias Niklas und Nico Schild zeitgleich mit dem Auftritt von Peter stattfand. So kam es, dass dieses Spiel im Gegensatz zu dem die borsumer Fans fast ganz und gar für sich vereinnehmenden Duell Rückert-Tumbregel kaum Beachtung fand und Nico doch ein ums andere Mal erhebliche Geduld demonstrieren musste um die scheinbar nicht abzuebbenden Jubelrufe und Begeisterungsbekundungen in Richtung Nachbartisch vor seinem nächsten Service abzuwarten. Unabhängig von äußeren Einflussfaktoren unterstrich Nico durch seinen 3:1-Sieg seine momentan starke Form und äußerte sich anschließend sichtlich erleichtert: “Oft ist es mir bisher noch nicht passiert, dass mich ein beinahe nur halb so großer Gegner um ein Haar schwindelig gespielt hätte, das war alles andere als ein leichtes Spiel und ich bin froh dieses mal noch gewonnen zu haben!“
Gerri wehrte sich im Duell der Spitzenspieler zwar erbittert, verlor letzten Endes jedoch klar und besiegelte die 1:9-Niederlage.
Den versöhnlichen Abschluss dieser alles in allem doch recht einseitigen Begegnung bildete ein kleiner „Quasi-Schaukampf“ zwischen Peter und den beiden borsumer Youngsters, welche Peter durchs Mikrofon mit seiner schlägerfreien rechten gleichzeitig ein weinig humorvoll kommentierte.
Das fürs kommende Wochenende angesetzte Spiel beim HSV ist vorerst verschoben worden, von daher ist das Heimspiel am 28.10. gegen den TUS Celle der nächste Spieltermin.