OA vs. SV Blau-Weiß Borssum
Geschrieben von: Stefan Preuß , Freitag, 16. November 2007
9:4-Heimsieg!!! - Festung Hermann-Ruge-Weg hält auch dem Ansturm der Sportsfreunde aus Emden stand
Heute konnte Alex seinem Freund Marco Tuve gegenüber die Klappe nach Spielende weit aufreißen, nachdem er dieses Freundschaftsduell unter Wettkampfbedingungen mit 3:1-Sätzen für sich entschieden hatte und durch seinen dritten Zähler an diesem Tag den Grundstein für den Gesamterfolg seiner Mannschaft legte.
„Gegen Marco anzutreten ist nie leicht, da wir beide uns einfach schon so unmenschlich lange kennen, da denkt man während eines Spiels nicht unbedingt immer an Sieg oder Niederlage wie gegen andere Gegner. Bei diesem Spiel hatte es Marco allerdings einzig und allein selbst zu verantworten, dass ich so heiß war. In den letzten Monaten hat er mich nämlich permanent damit aufgezogen, dass meinem Vfw der Abstieg drohe und mir am Freitag sogar noch eine sms geschickt, dass er und Fritz Koenigs es ja so schade fänden, nächstes Jahr nicht mehr nach Hamburg zum Spiel gegen diesen so sympathisch geführten Verein zu fahren…! Die Antwort hat er heut jawohl auf dem Fuß präsentiert bekommen, da hab ich auch kein schlechtes Gewissen ihn nun meinerseits ein wenig mehr als sonst aufzuziehen….!“ Tuve nahm seine Niederlagen allerdings wie von ihm gewohnt humorvoll, und so wurde wie immer beim Duell Vfw Oberalster - SV Blau-Weiß Borssum beim Abschließenden gemeinsamen Bier und Essen viel gescherzt und gelacht.
Nun zum Verlauf der Partie: Die Eingangsdoppel ergaben eine 2:1-Führung für uns. Doppel 1 Weber/Oltmann punkteten 3:1 gegen Flörke/Lüken, Rückert/Kleffel mussten sich Tuve/Beismann nach einer heiß geführten Partie geschlagen geben und das bereits letzte Woche in Schwarzenbek stark aufspielende Duo Nico Schild und HATTV-Aktivensprecher Tobi Schmidt holten den wichtigen zweiten Doppelzähler in fünf Sätzen gegen Koenigs/Laskowski.
Oben war es wieder Vorzeigeathlet Alex, der nach seinem Sieg über Ungruhe in der Vorwoche heute mit dem amtierenden niedersächischen Landesranglistensieger Lars Beismann in einem Spiel mit super Ballwechseln den nächsten Hochkaräter bezwingen konnte. Gerri wühlte sich nach einem Kaltstart gegen Marco Tuve ins Spiel und war dann in den Verlängerungen der Sätze 3 und 4 hellwach und erfolgreich. Im Duell der Einser verlor Gerri deutlich gegen Beismann, Alex behielt im Duell mit seinem Freund Marco Tuve wie Eingangs erwähnt die Oberhand. In der Mitte meldete sich unser so dringend benötigter Punktesammler Kai-Enno nach einer von beiden Seiten zwar sehr herzlich, aber auch ehrgeizig geführten Partie gegen Holger Koenigs nach einem Viersatzgewinn wohl endgültig zurück, die alte Nervenstärke stellte unser Käptn dann bei seinem Fünfsatzerfolg gegen Lüken unter Beweis.
Aktivensprecher Tobi Schmidt spielte an diesem Tag wie aus einem Guss und stieß bei seiner Freude über wichtige Punktgewinne ein ums andere Mal ein lautes, tiefes und kehliges „Zaaahhhh“ aus. Sowohl gegen Lüken, als auch gegen Koenigs endeten sämtliche Sätze mit lediglich 2 Zählern Unterschied, von denen der Aktivensprecher an diesem Tag im Einzel nicht einen Einzigen verlor!
Die dramatischsten Begegnungen lieferten sich Peter und Nico mit dem starken unteren Paarkreuz der Gäste. Nico spielte unbekümmert auf und bot ein sehenswertes Spiel gegen Laskowski, musste seinen Gegner nach vergebenem Matchball in der Verlängerung des Entscheidungssatzes dann allerdings doch zum Sieg nach diesem packenden Gefecht beglückwünschen. Peter ging genau so wie es die Zuschauer im Huki von ihm gewohnt sind motiviert und über alle Maße lautstark in seine Begegnung mit dem bis dato im unteren Paarkreuz noch unbezwungenen Philipp Flörke und konnte seinen Gegner dann auch prompt durch konsequent vorgetragene Vorhandattacken überraschen. Flörke konterte im zweiten Satz allerdings selbstbewusst und stoppte Peters Ansturm zur 2:0-Satzführung im letzten Moment. Im dritten Satz ging Peter nun beidseitig aufs Ganze und sorgte während eines Time-outs für sichtbare Irritation unter Zuschauern und Mitspielern, als es den Anschein hatte, Spieler Rückert würde sich zur für Sportler bekanntermaßen wichtigen Flüssigkeitsrückgewinnung ein kühles Weizenbier genehmigen. Peter löste seinen Streich postwendend auf und stellte klar, dass es sich zwar um ein Weißenbierglas gehandelt hatte, der Inhalt dann aber vernünftigerweise doch nur „reinste Apfelschorle“ gewesen war. Trotz dieser Unterhaltungskunst auf allerhöchstem Niveau war es am Ende des fünften Satzes Peters Gegner Flörke, der nach einer famosen Leistung beider Akteure zur Jubelpose ansetzten durfte.
Bevor Aktivensprecher Tobi zum 9:4-Gesamtsieg vollenden durfte vertraute sein Gegner Holger Koenigs unserem Mannschaftsführer Kai-Enno noch an, dass zwar kein Emdener gerne die Reise nach Hamburg auf sich nimmt um ohne Punkte wieder zurückzukommen, er dem Vfw die Punkte allerdings lieber überlässt als anderen Teams, da der Wassersportverein zu den Teams gehört, denen er einen Klassenverbleib von ganzem Herzen wünschen würde.
Auch bei HATTV-Aktivensprecher Tobi Schmidt war das befreite Siegerlächeln wieder zurück ins Gesicht gekehrt „Nach meinem ersten Jahr in der Regionalliga hab ich nur all zu deutlich festgestellt, dass es wirklich nicht nur so einfach daher gesagt ist wenn jemand behauptet, dass jede Liga seine eigenen Gesetze kennt. Ich hab mich bemüht das auch einfach mal anzunehmen, was mir Mannschaftskollegen ans Herz gelegt haben, die schon einige Jahre länger in dieser Liga spielen und auch bei knappen Spielständen versucht an nichts zu denken, sondern mich einfach so gut es geht auf meine Taktik und mein Spiel konzentriert.
Mannschaftsführer Kai-Enno Kleffel fasste den Verlauf und das Resultat der Begegnung mit gewohnt sachlicher Analytik folgendermaßen zusammen: “Dass wir gegen Borssum hier im Huki gute Chancen haben hab ich mir schon vorher gedacht. Wichtig war, dass wir aus den Doppeln mit 2:1 rausgegangen sind. Dadurch haben auch die Einzel nen ganz anderen Verlauf genommen. Lüken zum Beispiel hat zwar diese Saison bisher gut gespielt, auswärts kanns dann aber auch mal nicht so berauschend laufen. Son Mann wie Koenigs ist in heimischer Halle auch immer heiß, hier bei uns kann er sich aber auch durchaus mal schwer tun, wie man heut gesehen hat, man kennt es…“
Am Sonntag wird ab 12.00 mit dem TSV Stahnsdorf ein weiterer Abstiegskonkurrent zu Gast im Hermann-Ruge-Weg sein. Mit einem erneuten Sieg könnten wir uns eine gute Ausgangslage im Kampf um die Plätze 8 und 9 und tiefer verschaffen.